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Erläuterung zum Hochwasserablauf im Naherholungsgebiet Baggersee

Hochwasserereignisse Nach dem „Jahrhunderthochwasser“ zu Pfingsten 1999 war das Überschwemmungsgebiet nordwestlich von Ingol-stadt mit ca. 11 km² eines der am stärksten betroffenen Bereiche im Ingolstädter Stadtgebiet (siehe Karte). Die Donau hatte am 24.05.1999 mit einem Pegelstand von 7,49 m einen historischen Höchststand erreicht. Nach dem letzten großen Hochwasserereignis von 1965 wurde nach langer Zeit wieder die Wochenendsiedlung im Feldschütt / Roten Gries und erstmals der südliche Ortsrand von Gerolfing überschwemmt und große Schäden hinterlassen.

Im August 2002 und 2005 folgten weitere Hochwasserereignisse von welchem innerhalb des Naherholungsgebietes Baggersee erneut eine Vielzahl von Sport- und Freizeiteinrichtungen betroffen waren.

Der Hochwasserverlauf erfolgt hierbei im Wesentlichen in 3 Phasen. 

Phase 1 – Überschwemmung des Donauvorlandes
ab einem Donaupegelstand von 4,80 m

Überschwemmung des Donauvorlandes

Die ersten Überschwemmungen in Ingolstadt beginnen fasst unbemerkt in den Auwaldbereichen um den Schafirrsee südwestlich von Gerolfing. Ab einem Donau-Pegelstand in Ingolstadt von ca. 4,80 m (Donaupegel Ingolstadt) beginnt der Fluss über die Ufer zu treten. Das Donauvorland, das bereits vor dem Bau der Staustufe Ingolstadt als Retentionsraum diente, wird großflächig überflutet (siehe Abb. Phase 1). Das Überlaufwehr südlich von Gerolfing (Donau-Km 2464,3) verbindet das höher liegende Gelände im Norden mit dem Donaustaudamm der Staustufe Ingolstadt und verhindert zunächst, dass das Hochwasser in Richtung Baggersee abfließen kann. 
 
Während der Schafirrsee und Teile des Gerolfinger Eichenwaldes bei mittleren Hochwasserabfluss bereits überschwemmt sind (Pegelstand zwischen ca. 4,80 m bis ca. 5,40 m), bleibt das Gebiet um den Baggersee zunächst vor Hochwasser geschützt.

Umwelt - Hochwasser Erst bei einer Überströmung des Überlaufwehres ab einem Donau-Pegelstand von ca. 5,40 m erfolgt die Ausleitung eines Teils der Hochwasserwelle in das Donauhinterland. Hiermit besteht akute Hochwassergefahr für das Naherholungsgebiet um den Baggersee.

Die Dammkrone des Überlaufwehres weist eine Höhenkote von 371,00 m ü NN auf. Aus der Grafik des Meldepegels ist zu entnehmen, ob das Donauhinterland bereits gefüllt ist und das Überlaufwehr überströmt wird. Der jeweils aktuellen Pegelstand der Donau in Ingolstadt über den Hochwassernachrichtendienst Bayern oder über den automatischen Messwertansagedienst des Wasserwirtschaftsamtes Ingolstadt unter der Tel.-Nr. 01804-370037-111 abgerufen werden.

Phase 2 – Überschwemmung des Donauhinterlandes
ab einem Donaupegelstand von 5,40 m
Überschwemmung des Donauvorlandes

Bei Donauabflüssen von ca. > 1300 m³/s (Donaupegel Ingolstadt ca. 5,40 m) wird das südlich von Gerolfing an der Donau gelegene Überlaufwehr, welches auch als

Umwelt - Bild3 Hochwasser

 „Schwarzer Damm“ bezeichnet wird, überströmt (siehe Foto). Diese Streichwehrüberströmung ist entscheidend für den Beginn der Überschwemmungen im linken Hinterland der Donaustaustufe Ingolstadt. Die Entlastungsmengen die über den „Schwarzen Damm“ mit ca. 20 m³/s bis 195 m³/s abfließen, sind so gewaltig, dass je nach Verlauf der Hochwasserwelle mit einem stündlichen Wasseranstieg von ca. 15 – 30 cm das gesamte Naherholungsgebiet innerhalb von nur 8 – 16 Stunden fast vollständig überflutet wird.
Ungünstig wirkt sich zudem der Hochwasserrückstau aus dem Unterwasser der Staustufe aus. Die gestiegenen Pegelstände der Donau verhindern, dass die Wassermassen, die sich breitflächig über das Naherholungsgebiet erstrecken, abgeführt werden können.

Phase 3 Überschwemmung des Wochenendgebietes „Feldschütt – Der rote Gries“ ab einem Donaupegelstand von 5,85 m

Das etwas gering höher liegende Wochenendgebietes wird bei Phase 2 nicht zwangsläufig überflutet (vgl. HW 15. April 1994). Erst ab einem Pegelstand der Donau von > 5,85 m gesteht eine akute Gefährdung durch das Donauhochwasser für die Wochenendsiedlung „Feldschütt – Der rote Gries“. Achtung: Bereits vor erreichen der kritischen Hochwassermarken sind die Zufahrtsstraßen im Naherholungsgebiet unterbrochen oder gesperrt.
Auch wenn ein Donau-Pegelstand von 5,85 m nicht erreicht wird, ist für das Wochenendgebiet innerhalb von 1-3 Tagen mit hochwasserbedingten Grundwasseranstiegen im Bereich von tiefer liegende Geländesenken auszugehen.