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Chronologie Stadtentwässerung Ingolstadt

Nachfolgend finden Sie die geschichtliche Entwicklung der Stadtentwässerung Ingolstadt.
1830 Die Abwasserbeseitigung der Stadt Ingolstadt lässt sich bis ins Jahr 1830 zurückverfolgen. In dieser Zeit erfolgte durch König Ludwig I. von Bayern der Ausbau der Festungsanlagen um den Stadtkern von Ingolstadt. In diesem Zuge wurden ersten Abwasserkanäle ausschließlich vom Militär gebaut und genutzt. Die ersten Kanalabschnitte wurden bereits zwischen 1830 und 1839 an der Donaukaserne errichtet.
1854 Nach Ausbruch der Cholera-Epidemie am 12. August 1854 wird eine Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in der Stadt gefordert. Ab dieser Zeit wurden in der zweitgrößten Garnisonsstadt Bayerns zahlreiche weitere Kanäle angelegt, die jedoch weiterhin ausschließlich vom Militär gebaut und genutzt wurden.
1890 bis 1890 bestanden lediglich kurze zusammenhanglose Kanäle die direkt in den die Altstadt durchfließenden Schutterbach mündeten. Der überwiegende Teil der Abwässer wurde oberirdisch in die Schutter abgeleitet oder versickerte im Untergrund.
1894 Um den zunehmenden unzureichenden hygienischen Verhältnissen entgegenzuwirken, begann im Jahr 1894 die Planung der Hauptkanalisation der Stadt Ingolstadt durch die Firma Fa. Philipp Holzmann & Co., München.
1902 In den Jahren 1902 - 1907 wurde das erste zusammenhängende Kanalsystem im Innenstadtbereich mit einer Gesamtlänge von rd. 18 km und einem Einzugsgebiet von rd. 60 ha gebaut. Die Abwässer wurden ausschließlich über den „Schutterbach“ ungeklärt in die Donau abgeleitet. Die Schutter führte bis 1972 als offenes Gerinne und teilweise mit Gewölben überbaut durch den Altstadtkern.
1907 Erfolgte der Bau eines 1,75 km langen Schutterableitungskanals um die Abwässer aus dem Stadtbereich fernzuhalten und die tief liegenden Altstadtteile vor der ständigen Hochwässergefahr zu schützen.
1913 Bau der ersten Abwasserkanäle im Süden der Stadt durch einen offenen Ableitungskanal (Lohgraben) vom Bahnhofsviertel über das Franziskanerwasser zur Donau.
1920 Mit Errichtung der Donauhochwasserdämme musste der Schutterableitungskanal um weitere 1,5 km flussabwärts verlegt werden.
1933 Weitere Erschließung des Bahnhofsviertels mit seinem Reichsbahnausbesserungswerk. Der Bau umfasste die Errichtung zweier Hauptsammler, eines Hochwasserpumpwerkes (heutiges Pumpwerk Peisserstr.) einschl. einer Feinrechenanlage. Die Abwässer wurden weiterhin ungeklärt in die Donau abgeleitet.
1938 bis 1938 wurden die Arbeiten zur Erschließung des Hauptbahnhofviertels sowie der nördl. und östl. Stadterweiterungen weiter geführt. Ende 1938 betrug die Gesamtlänge aller Kanäle ca. 29,6 km.
1948 wurden die Bauarbeiten für das stark zerstörte Kanalnetz wieder aufgenommen. Mit den rasch wachsenden Wohngebieten wuchs das Kanalnetz bis 1950 auf 42,4 km an.
1956 begannen die ersten Planungen zur Errichtung einer mechanisch- biologischen Kläranlage.
1969 Gründung des Abwasserzweckverbandes und der Abwasserbeseitigungsgruppe Ingolstadt-Nord.
1969 ab Mai 1969 Beginn der Arbeiten für eine Zentralkläranlage zur gemeinsamen Abwasserbehandlung der Abwässer der Stadt Ingolstadt und der in der Abwasserbeseitigungsgruppe Ingolstadt-Nord zusammengefassten nördlichen Randgemeinden Kösching, Gaimersheim, Lenting und Wettstetten.
1970 Bau des Zuleitungskanales (gedrücktes Maulprofil 2700 mm) zur geplanten Zentralkläranlage (1. Bauabschnitt Kurt Huber Str. bis Regenauslass).
1971 Fertigstellung des 2. Bauabschnittes des Zuleitungskanales bis zur geplanten Kläranlage.
  Bis 1971 verfügte Ingolstadt über keine Kläranlage. Mit der Umleitung der Schutter über den westl. Festungsgraben (Künettegraben) und dem Anschluss der Innenstadtkanäle an den Zuleitungskanal zur Zentralkläranlage hatte Ingolstadt erstmals eine geregelte Abwasserbeseitigung.
1972
Am 1. Mai 1972 wurde die neue Zentralkläranlage in Mailing in Betrieb genommen. Die mechanisch- biologische Anlage wurde in seiner 1. Ausbaustufe für 223.000 Einwohnergleichwerte konzipiert.
  Durch die Gebietsreform werden 12 ehemals selbstständige Randgemeinden zur Stadt Ingolstadt eingegliedert. Das Kanalnetz vergrößerte sich hierdurch um rd. 40 Kilometer auf insgesamt 215 km.
1981 Erstellung des Generalentwässerungsplanes GEP für das gesamte Stadtgebiet. Das hieraus entwickelte und berechnete Sanierungskonzept, sah im Sinne des Gewässerschutzes umfangreiche Maßnahmen bei der Mischwasserableitung und Abwasserbehandlung vor.
1982 Die Kosten für die Erweiterung und Verbesserung der Entwässerungsanlagen der Stadt Ingolstadt werden auf rd. 48 Mill. DM geschätzt. Am 18.11.1982 entschied der Stadtrat, dass die Kosten durch einmalige Beiträge einschl. entsprechender Vorausleistungen gedeckt werden.
  Bau einer mechanisch- biologischen Kläranlage für den Stadtteil Mühlhausen.
1983 Erweiterung der Zentralkläranlage Ingolstadt durch Bau eines weiteren Zwischenbeckens sowie der zweiten biologischen Stufe u. eines dritten Faulbeckens.
1984 Bau einer mechanisch- biologischen Kläranlage für den Stadtteil Pettenhofen.
1986

Fertigstellung des Ersten aus dem GEP entwickelten Regenüberlaufbeckens (RÜB 111) in der Wirffelstraße mit einem Stauraumvolumen von 4.010 m³.

 

Erneuerung der Unterdükerung der Donau auf Höhe des Pumpwerkes Peisserstr. aufgrund der fortschreitenden Eintiefung der Donau.

1987 Neubau der Abwasseranlage in Gerolfing mit 2 Pumpwerken, einem Regenüberlaufbecken (Stauraumvolumen 690 m³) sowie dem Anschluss mittels einer Druckleitung und Freispiegelleitung an das Stadtgebiet.
1988 Bau des Regenüberlaufbeckens in der Gemmingerstr. (RÜB 107) mit einem Stauraumvolumen von 2.800 m³.
1989 Erstellung einer Schmutzfrachtberechung für eine wirtschaftliche Regenwasserbehandlung in der Mischwasserbehandlung.
1991 Bau eines Regenüberlaufbeckens (RÜB 101) in der Auto- Union- Str. mit einem Stauraumvolumen von 1.205 m³.
1993 Neugliederung des Sachgebietes der Entwässerung im Tiefbauamt in ein eigenes Amt für Stadtentwässerung.
  Aufbau einer eigenen Kanalsanierungsabteilung und erste flächendeckende Untersuchung des gesamten nicht begehbaren Kanalnetzes.
1994 Fertigstellung des 1.Bauabschnitt des Entlastungskanals im Stadtteil Kothau.
  Neubau eines Regenwasserpumpwerkes in Unsernherrn mit Ablauf in die Sandrach.
  Erschließung des Stadtteiles Niederfeld mit Anschluss über ein Pumpwerk an das öffentliche Kanalnetz von Ingolstadt.
1995 Bau des Regenüberlaufbeckens (RÜB 108) in der Peisserstr. mit einem Stauraumvolumen von 1.000 m³.
1998 Einführung der gesplitteten Abwassergebühr. Die Abwassergebühren werden getrennt nach Niederschlagswasser und Schmutzwasser berechnet. Die Schmutzwassergebühr beträgt 1,05 ¤ je m³ bezogenen Frischwassermenge und 0,33 ¤ je m² befestigte und an den Kanal angeschlossene Fläche.
1999 Beginn der Anbindung der tech. Außenanlagen an eine Fernwirkzentrale der Stadtentwässerung.
  von 1999 bis 2003 Maschinen- und elektrotechnische Generalsanierung aller Großpumpwerke.
  Für den Kanalbetrieb wird der erste Hochdruckspülwagen (kombinierten Spül- und Saugwagen) angeschafft.
2001 Das Kanalnetz der bisher durch die Abwasserbeseitigungsgruppe Ingolstadt-Nord erstellten und unterhaltenen Stadtteile Mailing, Feldkirchen und Etting wird durch die Stadtentwässerung der Stadt Ingolstadt übernommen.
2002 Der Stadtteil Hagau wird über ein Pumpwerk und einer 2,5 km langer Druckleitung an den Stadtteil Zuchering an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.
2005 Die Stadtentwässerung wird zum 1.1.2005 in den neu gegründeten Ingolstädter Kommunalbetrieb AöR (IN-KB) integriert. Die IN-KB sind ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Ingolstadt mit den Bereichen Entwässerung, Wasserversorgung und Abfallwirtschaft.
2007 Das Ingolstädter Kanalnetz (siehe Plan) hat eine Länge von 583 Kilometern. Es sind 5 Regenrückhaltebecken und Stauraumkanäle mit einem Speichervolumen von insgesamt 25.000 Kubikmetern sowie 32 Pumpwerke und Hebeanlagen in Betrieb.
2008 Der Stadtteil Winden wird als letzter großer Ortsteil über ein Pumpwerk mit Abwasserdruckleitung an die öffentliche Abwasserbeseitigung der Stadt Ingolstadt angeschlossen.